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Mozzarella, Tomaten und Basilikum

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Mozzarella, Tomatern und Basilikum

Genauso stand es auf der Speisekarte. Ich bin ein Fan von diesem italienischen Gericht, ich liebe das Olivenöl und noch mehr den roten Balsamico-Essig und das Basilikum könnte ich ohne Zutaten verschlingen, so gerne esse ich dieses Kraut.
 
Nach unserer Wanderung im September 2011 (es ging auf die Kampenwand) hatten wir noch keine Lust heimzufahren. Dadurch, dass mir die Kräfte ausgegangen sind, sind wir viel früher im Tal angekommen als erwartet. Die Sonne schien immer noch kräftig und warm und wir wollten einfach noch nicht heim.
 
In solchen Fällen, wenn wir noch keine Lust zum Heimfahren haben, verweilen wir meistens noch irgendwo am Chiemsee. Wir haben da schon ein paar besonders schöne Plätzchen, die auch mit Erinnerungen an unsere ersten Dates verbunden sind.
 
Gestern war Feldwies bei Übersee auf unserer Heimfahrt das Ziel. In der Sundowner-Bar haben wir schon öfter den Sonnenuntergang betrachtet und einfach bei einem Gläschen Wein die Seele baumeln lassen. Genau das wollten wir auch an diesem Tag, aber es war grade kein Plätzchen frei.
 
Da merkten wir erst, dass wir auch Hunger hatten und entschlossen uns noch eine Kleinigkeit in dem gleich daneben liegenden Restaurant zu essen. Ein Salat wäre der richtige Abschluss für diesen sonnigen Tag und das Gläschen Wein genehmigten wir uns gleich zum Essen.
 
Und gleich an zweiter Stelle auf der Speisekarte fand ich auch schon meinen Lieblingssalat - Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Den Rest habe ich schon gar nicht mehr durchgelesen, weil ich genau wusste, dieser sollte es heute sein und kein anderer. Mein Schatz hingegen entschied sich für den Hirtensalat mit Käse und Oliven nebst eingelegten Paprika und Salatblättern.
 

Wäre die bessere Wahl gewesen, wie es sich bald herausstellen sollte.

Wir saßen einfach nur da, blickten auf den See und die langsam untergehende Sonne und freuten uns schon auf das Essen. Lange mussten wir nicht warten und hatten schon zwei liebevoll angerichtete Salatteller vor uns auf dem Tisch. Die Tomaten meines Lieblings-Salates waren abwechselnd mit den Mozzarella-Scheiben in einem Kreis angeordnet und mit extrem klein geschnittenen Basilikum-Blättchen darüber (dachte ich zumindest). Ein wenig Öl, ziemlich hell für ein Olivenöl und äußerst sparsam danebengeträufelt, war ebenfalls zu erkennen. Von dunklem Balsamico keine Spur. In der Mitte waren ein paar Salatblätter wie in einem kleinen Körbchen. Optisch hat es schon was hergemacht, obwohl ich mir nicht unbedingt Salatblätter zu diesem Gericht wünsche.
 
Es bleibt aber jedem selbst überlassen wie er seinen Salat herrichtet und verziert, dachte ich und nahm gleich den ersten Bissen (hätte ich bloß vorher meine Brille aufgesetzt). Besonders schmeckte er nicht eher irgendwie komisch. Olivenöl wär schon nicht schlecht gewesen und und von Balsamico, geschweige denn irgendeinem Essig keine Spur.
 
Habe es schon in vielen Restaurants oder Bistros probiert und die Zutaten waren immer die gleichen. Lediglich die Art und Weise wie diese auf dem Teller angeordnet oder wie sie geschnitten waren, variierte. Ich habe Tomaten und Mozzarella nicht nur in Scheiben, sondern auch klein gewürfelt bekommen, die Basilikum-Blätter waren mal ganz, dann wieder klein geschnitten, aber jedes Mal gab es Olivenöl und roten Balsamico-Essig dazu oder mindestens ein Balsamico-Pesto. Zur Garnierung gab es auch schon mal ein paar Pinienkerne. Alles hatte trotz Mengen-Variation von Essig oder Öl, mehr oder weniger Basilikumblättern, den unverkennbaren Geschmack eines Tomaten-Mozzarella-Salates.
 
Was sich aber nach dem ersten Bissen in meinem Mund abspielte, lässt sich kaum in Worten fassen. Hätte ich nicht die Tomaten-Mozzarella-Scheiben auf meinem Teller gesehen, hätte ich schwören können es ist in Dill eingelegtes Irgendwas, denn man schmeckte und roch nur Dill ... und ich hasse Dill. Es erinnerte mich stark an ein fertiges Dressing für Salatgurken. Das hat auch immer so viel Dill drin und dieses Kraut riecht äußerst intensiv. Wenn ich einen Blatt- oder Gurkensalat bestelle, frage ich immer gleich, ob das Dressing mit Dill angemacht wurde. Aber wer denkt bei Tomaten-Mozzarella überhaupt an Dill, wo doch Basilikum mit auf der Karte steht?
 
Ich wollte den Salat schon zurückgehen lassen und einen neuen ohne Dill bestellen, da entschied sich mein Schatz dazu, mit mir zu tauschen. Er mag Dill und probieren geht über studieren. Vielleicht liegt es ja nur an meiner Aversion gegen Dill, dachten wir beide und schon hatten wir die Teller getauscht.
 
Trotz seiner Liebe zu Dill hat er es aber nur auf eine Tomaten- und eine Mozzarella-Scheibe gebracht, dann musste auch er aufgeben. Es war unmöglich dieses Dill-Etwas zu essen. Basilikum war zwar angedeutet, ging aber im dominanten Dill definitiv unter. Hinzu kamen noch die nicht identifizierbaren Pulverbröckchen die genauso undefinierbar schmeckten, aber über dem Ganzen verstreut waren. Es erinnerte ein bisschen nach Suppenpulver oder an einem schlecht verrührten Fertigdressing.
 
Jetzt war's endgültig Schluss mit lustig. Wir haben den Ober hergerufen und ihm gesagt, dass wir das so nicht essen können. Sein Kommentar: "Diesen Salat gibt es schon immer so bei uns und bisher hat sich keiner beschwert", und als wir ihm sagten, er kann den Teller mitnehmen, vergewisserte er sich nochmals "Sie wollen den Teller wirklich zurückgehen lassen?", bevor er mit diesem wortlos verschwand.
 
Nachdem er einige Male ohne auch nur nachzufragen, ob wir vielleicht was anderes dafür haben möchten, an uns vorbeiging, haben wir ihn dann mit Müh und Not herwinken können und ihn gebeten doch den gleichen Salat, aber diesmal ohne den Dill zu bringen. "Geht nicht ist ein fertiges Dressing", war die kurze Antwort. "Diesen Salat gibt's nur so oder gar nicht", und schon war er wieder weg. Wahrscheinlich das fertige Dressing aus der Packung nur angereichert mit einem kleinen in winzige Fetzen geschnittenen Basilikum-Blättchen.
 
Dann winkten wir ihn erneut an den Tisch und fragten wie das nun ist, ob wir anstelle dieses nicht genießbaren Etwas, das wir ja zu mindestens 90% zurückgegeben haben, nicht doch etwas als Entschädigung bekommen könnten, denn kurz davor hat er uns schlicht und einfach gesagt - was bestellt ist muss auch bezahlt werden. Die Antwort blieb er uns erst mal schuldig und auf die Frage nach der Geschäftsleitung, hat er nur hähmisch gegrinst und gesagt: "Da ist eh keiner da!"
 
Nach weiteren 10 Minuten, in denen er ein paarmal an unserem Tisch vorbeirannte, stoppte er dann doch und hat uns dann als Entschädigung einen Kaffee oder Espresso angeboten, was wir dann letztendlich angenommen haben. Nachdem wir unseren nicht gegessenen Salat bezahlt haben, versprach ich ihm ganz bestimmt gute Werbung für diese Spitzenküche.
 
Der Chiemsee bei Feldwies und viele weitere Fotos findet ihr durch Klicken auf das BildWir genossen dann trotzdem noch den Sonnenuntergang, mein Schatz mit knurrendem Magen, auf der Sundowner-Terrasse und sind danach zurück zum Wagen. Auf dem Weg dahin sind wir an der Küche (auf der Rückseite des Gebäudes) vorbeigekommen und neugierig wie ich bin, habe ich durchs Fenster geschaut. Bei dem Koch wundert's mich nicht, dass Tomaten-Mozzarella-Basilikum zum größten Teil aus Dill bestehen. Die Flasche die er gerade an den Mund führte war kein Wasser oder Saft und auch keine Limonade. Ob es seine Erste oder Vielste war, kann ich nicht sagen, aber er erschrak sichtlich und stellte diese schnell beiseite, als er mich am Fenster bemerkte.

Weitere Fotos vom Chiemsee ...

 
Es war aber nicht so sehr der Dill, der mich so sehr geärgert hat, der ist schließlich Geschmacksache, sondern diese "Ist mir doch egal"-Einstellung die man uns entgegengebracht hat und, dass man in keiner Weise auf die Wünsche des Gastes eingegangen ist. Nicht einmal eine Alternative hat man uns angeboten (abgesehen von einem Espresso, der gottseidank nicht nach Dill schmeckte). Lediglich als der Typ hörte, dass ich von der Presse bin, hat er mir mit der Rechnung eine Ferrero-Rocher Kugel mitgebracht. Natürlich habe ich sie gleich aufgemacht und probiert, ob nicht auch die irgendwie Dill beinhaltete. Man kann ja nie wissen ... ;-)
 
Weitere Fotos vom Chiemsee ... Was ich jetzt ganz genau weiß, obwohl der andere Salat gar nicht so schlecht war, in diesem Restaurant werde ich nie wieder speisen, denn wer weiß, vielleicht bekomme ich nächstes Mal meinen Kaiserschmarrn mit Dillsoße.
 
Leider kann ich nur einen Stern dafür vergeben und das auch nur für den Hirtensalat der wirklich gut geschmeckt hat.
 
Könnte man auch Minus-Sterne vergeben, würde der Service mit MINUS 5 Sternen abschließen. Einen derart schlechten, wenn nicht sogar unverschämten Service, habe ich bisher noch nicht erlebt.
 
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Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. 
Guy de Maupassant